Newsnational Dienstag, 08.10.2019 |  Drucken


Schulter an Schulter (SAS) Gründer v.l.n.r.: Vorstandsmitglied der Stiftung gegen Rassismus, Jürgen Miksch, Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Daniel Neumann, Generalsekretär des ZMD, Abdassamad El Yazidi
Schulter an Schulter (SAS) Gründer v.l.n.r.: Vorstandsmitglied der Stiftung gegen Rassismus, Jürgen Miksch, Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Daniel Neumann, Generalsekretär des ZMD, Abdassamad El Yazidi

Solidarisch mit Opfern rassistischer Angriffe - Generalsekretär El-Yazidi: "Nicht allein lassen, nicht wegschauen"

Erste Jahrestagung der Initiative SCHULTER AN SCHULTER (SAS)

Angesichts der vielen antisemitisch, antimuslimisch und rassistisch motivierten Straftaten wurde vor einem Jahr SCHULTER AN SCHULTER (SAS) gegründet. Bei der ersten Jahrestagung am 7. Oktober 2019 in Frankfurt am Main wurde von den Teilnehmenden gefordert, die Situation von Opfern in den Vordergrund zu stellen. Täter dürfen nicht den Eindruck bekommen, dass menschenfeindliche Aktionen von der Bevölkerung akzeptiert werden.

Bisher haben sich bundesweit 82 Personen dazu bereit erklärt, mit solidarischen Initiativen auf Gewalttaten zu antworten. Zu oft blieben Übergriffe folgenlos. Zu wenige Menschen seien bisher bereit, sich mit den Opfern rassistischer Gewalt offen solidarisch zu zeigen und dies auch kund zu tun. Viele Opfer hingegen fühlten sich von der Gesellschaft im Stich gelassen.

Der Generalsekretär des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Abdassamad El Yazidi sagte, bei dem Treffen in den Räumen der IG Metall in Frankfurt/M.:"Nicht allein lassen, nicht wegschauen." Er betonte zudem, dass zur Überwindung der Menschenfeindlichkeit die „Opferperspektive in den Vordergrund“ gestellt werden müsse.

Der Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Daniel Neumann, setzte sich dafür ein, dass Aktive bei SAS dazu anregen, nach Übergriffen Solidaritätsveranstaltungen durchzuführen. „Betroffene von Übergriffen und Opfer von Gewalt dürfen nicht alleine gelassen werden. Stattdessen sei es dringend notwendig, dass schnelle und deutliche Zeichen der Solidarität gesendet würden“.

Gleichzeitig sollten die Menschen motiviert und unterstützt werden, in solchen Fällen aktiv zu werden. Der Vorstand der Stiftung gegen Rassismus, Jürgen Micksch, sprach sich für eine veränderte Stimmung in der Bevölkerung aus. „Menschenfeindliche Anschläge dürfen nicht tatenlos hingenommen werden. Statt zu schweigen ist eine öffentliche Solidarität mit den Opfern erforderlich.“

Experten aus Kommunen, Menschenrechtsorganisationen, Religionsgemeinschaften, Sportvereinen, Gewerkschaften und der Wissenschaft tauschten ihre Erfahrungen aus und betonten die Wichtigkeit solidarischer Initiativen für die Opfer von Gewalt. Dadurch bekenne die Gesellschaft Farbe zugunsten der Opfer. Die „Täterfixierung“ müsse überwunden werden.

Im Jahr 2018 waren in Deutschland von den gemeldeten Fällen im Bereich der Hasskriminalität 1.799 Straftaten antisemitisch und 910 antimuslimisch motiviert, über 1.700 tätliche Angriffe gab es gegen Flüchtlinge. Weitere Angriffe erfolgten gegen Sinti und Roma, Obdachlose und andere. Darüber hinaus ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, da der Polizei nicht alle Vorfälle gemeldet werden.

SAS wird gefördert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der GLS-Bank und PRO ASYL. Mehr Informationen zum Projekt finden sich unter https://stiftung-gegenrassismus.de/schulter-an-schulter


Logo der Initiative Schulter an Schulter (SAS)

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